WASSERSTRAHLTECHNIKLOHNFERTIGUNG METALL · 6.200 BAR

Ratgeber · Verfahrenswahl

Wasserstrahl vs. Laser: Welches Verfahren für Ihr Teil?

Beide Verfahren haben ihre Berechtigung, und wer Ihnen etwas anderes erzählt, will Ihnen etwas verkaufen. Hier der ehrliche Vergleich aus Sicht der Lohnfertigung, inklusive Plasma und Fräsen.

Die kurze Antwort

Laser gewinnt bei Dünnblech: Unter etwa 10 bis 15 mm Blechstärke ist Laserschneiden in der Regel schneller und günstiger, vor allem bei großen Serien einfacher Konturen. Wasserstrahl gewinnt, sobald eines dieser Kriterien zutrifft: dicke Querschnitte (bis 200 mm), reflektierende Metalle wie Aluminium, Kupfer oder Messing, oder die Anforderung, dass das Material ohne Wärmeeinfluss bleiben muss: ohne Verzug, Anlauffarben, Gefügeveränderung oder aufgehärtete Kanten.

Verfahrensvergleich aus Sicht der Metall-Lohnfertigung. Werte verfahrenstypisch, im Einzelfall material- und anlagenabhängig.
KriteriumWasserstrahlLaserPlasmaFräsen
Max. sinnvolle Dicke (Stahl)bis 200 mm~20-25 mm~40-50 mmnahezu beliebig
Wärmeeinflusszonekeineschmal, vorhandengroßkeine (Zerspanungswärme gering)
Verzug / Anlauffarbenkeinemöglichhäufigkeine
Reflektierende Metalle (Alu, Cu)unkritischproblematisch bis eingeschränktnur leitfähige Werkstoffeunkritisch
Genauigkeit±0,2 mm±0,1 mm (Dünnblech)±0,5-1 mm±0,01-0,05 mm
Werkzeug-/Rüstkostenkeine, ab Losgröße 1keinekeineWerkzeug + Spannaufwand
Tempo bei Dünnblech < 10 mmmoderatsehr hochhochgering
Materialspektrumfast alle Werkstoffemetallorientiertnur elektrisch leitfähigzerspanbare Werkstoffe
Verfahren / Laser

Wann der Laser die richtige Wahl ist

Bei Blechen unter 10 bis 15 mm, großen Stückzahlen und unkritischen Kanten ist der Laser meist schneller und damit günstiger. Die schmale Wärmeeinflusszone ist bei vielen Anwendungen völlig akzeptabel. Erst wenn Kanten geschweißt, gewindegeschnitten oder bei Edelstahl korrosionskritisch werden (oder die Dicke steigt), kippt die Rechnung Richtung Wasserstrahl.

Verfahren / Wasserstrahl

Wann der Wasserstrahl gewinnt

Dicke Querschnitte bis 200 mm, reflektierendes Aluminium, Edelstahl ohne Anlauffarben, Werkzeugstahl ohne Aufhärtung: überall dort, wo Wärme stört oder der Laser physikalisch aussteigt. Dazu ±0,2 mm Genauigkeit und gratarme, einbaufertige Kanten.

Verfahren / Plasma

Plasma: schnell, aber heiß

Plasmaschneiden ist bei mittleren Blechdicken schnell und günstig, erzeugt aber eine große Wärmeeinflusszone, gröbere Toleranzen und funktioniert nur bei elektrisch leitfähigen Werkstoffen. Für Präzisionsteile und nachfolgende Bearbeitung meist die zweite Wahl.

Verfahren / Fräsen

Fräsen: präzise, aber aufwändig

Beim Fräsen sind Toleranzen im Hundertstelbereich möglich, allerdings um den Preis von Werkzeugkosten, Spannaufwand und längeren Laufzeiten beim reinen Konturschnitt. Oft ist die Kombination ideal: Kontur per Wasserstrahl, Funktionsflächen anschließend gefräst.

Unsere ehrliche Empfehlung

Schicken Sie uns die Zeichnung. Wenn Ihr Teil auf dem Laser besser aufgehoben ist, sagen wir Ihnen das; wir kalkulieren nur, was am Wasserstrahl wirtschaftlich Sinn ergibt. Wie Toleranzen und Qualitätsstufen zusammenhängen, lesen Sie unter Toleranzen & Schnittqualität; die Kostenseite beleuchtet Was kostet Wasserstrahlschneiden?.

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